ss2007: gekoppelt mit methoden der implementierung
Die Lehrveranstaltung beschäftigt sich mit Orten innerhalb des urbanen Raums und jenem Verständnis von Zeit, das ihnen durch Struktur und Konzeption zugrunde liegt. Anhand von Beispielen zeitgenössischer künstlerischer Arbeiten sowie im Rahmen der zu erarbeitenden Projekte werden Orte daraufhin untersucht, durch welche Handlungen und auf welche Weise unterschiedliche Wahrnehmungen von Zeit zum Aussdruck kommen. Inwieweit stehen Geschwindigkeit, Handlungsabläufe und Tätigkeiten im Verhältnis zu bestehenden örtlichen und architektonischen Gegebenheiten? Im Rahmen der Lva werden diese Ansätze in Bezug zu zeitlich basierenden Abbildungsformen wie Fotografie, Film und Video gebracht, sowie zur Diskussion gestellt, auf welche Weise diese Bildmedien das Verhältnis von Zeit und Ort erörtern.
„drinnen, drumherum und nachträgliche gedanken“*
dokumentation und recherche als künstlerische methoden / beispiel: tu wien
die tu wien ist derzeit massiven neuerungs- und veränderungsprozessen unterworfen.
neben der wandlung von einer ministeriumsgeleiteten institution zu einer autonomen organisation wird ihre bauliche und räumliche substanz beginnend märz 2007 bis 2015 grundlegende umgestaltungen erfahren. als basis für gestaltungskonzepte wie auch zur erstellung eines bild- archivs soll die tu wien im rahmen der beiden lehrveranstaltungen dokumentiert werden. besonderes ineresse gilt den verschiedenen arbeitswegen und situationen, arbeitsräumen, forschungsstätten.
doch wie lässt sich der momentane stand eines derart riesigen, vielgestaltigen organismus wie der tu wien mit vielen verschiedenen standorten festhalten? zahlen können die komplexität nur andeuten:
personalstand 12/2005: 2671 personen, studierende ws 06/07: 17.519, davon 4.159 frauen, räume: 9003 mit insgesamt 276.000 m2, jährlicher „umsatz“: etwa 200 millionen euro, gewinn 2005: 3,4 millionen euro
dokumentation und recherche erlangten in den letzten jahren in der zeitgenössischen kunst einen eigenen stellenwert und dienen nicht mehr nur als vorbereitung der eigentlichen arbeit. kombinationen archivalischer, dokumentaristischer und konzeptueller momente verhandeln zwischen der vermeintlichen darstellung der wirklichkeit und einer künstlerisch begründeten vorstellung von welt.
im rahmen der lehrveranstaltung werden von den teilnehmerinnen anhand der beschäftigung mit dokumentarischen strategien in fotografie, film, performance, etc. jeweils eigene konzepte für auswahl, beobachtung und darstellung des materials entwickelt und im weiteren praktisch umgesetzt.
*titel eines artikels von martha rosler über dokumentarfotografie